(Berlin): Die Verhütung von alkoholbedingten Verkehrsunfällen bleibt ein vordringliches Public-Health-Ziel. Zu dieser Einschätzung kommt ein jüngst vom Robert-Koch-Institut veröffentlichtes factsheet der Autoren Anke-Christine Saß, Martina Rabenberg und Alexander Rommel. Darin wird unter anderem festgestellt, dass "... im Jahr 2014 wurden in Deutschland 260 Menschen bei alkoholbedingten Unfällen getötet (wurden). 13.742 alkoholisierte Unfallbeteiligte wurden von der Polizei festgestellt. 40 % waren junge Männer zwischen 18 und 34 Jahren." Hier ziehen die Autoren Parallelen zu (riskanten) Lebensstilen und damit häufig verbunden zu riskantem Alkoholkonsum, der insbseondere bei jungen Männern habituisiert ist. Die meisten Alkoholunfälle geschehen im PKW (56,6%) gefolgt von Radfahrunfällen (25,7%). Häufig geschehen diese Unfälle in den Nachtstunden vom Samstag zum Sonntag, weshalb sie auch als Diskounfälle bezeichnet werden. Die Autoren stellen aber auch fest, dass seit Jahren eine rückläufige Unfallentwicklung mit Kontext Alkohol zu beobachten ist. Abschließend wird konstatiert, dass die weitere Reduzierung von Verkehrsunfällen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleibt. Das vollständige factsheet ist hier einzusehen.

 

Das Peer-Projekt an Fahrschulen hat sich die Reduzierung von alkohol- und drogenbedingten Alkoholunfällen in der Risikogruppe der jungen Fahrer/-innen zum Ziel gesetzt. Speziell ausgebildete Peer-Educatoren gehen hierfür in Fahrschulen, um mit ihresgleichen über die Gefahren und Risiken von Rauschfahrten zu sprechen und gemeinsam Vermeidungsstrategien für Rauschfahrten zu entwickeln. Das Projekt wird bundesweit an 26 Standorten in neun Bundesländern umgesetzt. In ca. 1000 Peer-Einheiten werden bundesweit ca. 10.000 Fahrschüler/-innen pro Jahr erreicht. Das Projekt setzt an, bevor es zum Trink-Fahr-Konflikt kommt. Die Wirksamkeit des Ansatzes ist nachgewiesen. Von 2006 bis 2008 wurde das Projekt im Auftrag der Europäischen Kommission unter dem Namen Peer-Drive Clean! in zehn EU-Staaten umgesetzt. Das Projekt ist ein best-practice-Beispiel der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle.