Peer-Projekt an Fahrschulen

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Alkohol

Alkohol ist Teil unserer Kultur, weshalb die Trennung zwischen Verkehrsteilnahme und Konsum häufig problematisch ist. In Deutschland geschehen ca. 40.000 Verkehrsunfälle mit der Ursache Alkoholeinfluss. Fahranfänger sind überproportional häufig in Alkohol- oder Drogenunfälle verwickelt, gerade in den Nachtstunden am Wochenende, weshalb man auch von Diskounfällen spricht.

Körperliche Folgen

Alkohol wird über das Blut im ganzen Körper verteilt. Dies bedeutet, dass bei regelmäßig erhöhtem Konsum alle Zellgewebe des Körpers geschädigt werden. In kleinen Mengen getrunken, wirkt Alkohol anregend. Größere Mengen führen jedoch zu innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, Zittern, Konzentrationsproblemen und einer erhöhten Aggressions- und Gewaltbereitschaft. Alkohol kann Gleichgewichts- und Sprachstörungen, plötzliche Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, Eifersucht und Depressionen hervorrufen. Alkohol erhöht das Risiko, an Rachenkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Brustkrebs zu erkranken. Alkohol verursacht Reizungen der Magenschleimhaut. Leberschädigungen wie Fettleber, Alkoholhepatitis und Leberzirrhose können entstehen. Alkohol greift Nerven, Muskeln und Gehirn an. Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft viel Alkohol getrunken haben, zeigen vermehrt geistige und körperliche Schäden.

Psychische Folgen

Bei Alkoholmissbrauch über längere Zeit hinweg oder bei einer Alkoholabhängigkeit kann es zu psychischen Beeinträchtigungen kommen, welche sich z.B. in häufigen Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Depressionen bis hin zur Suizidgefährdung äußern.

Soziale Folgen

Chronisch erhöhter Alkoholkonsum zieht häufig nachhaltige Veränderungen des gesamten sozialen Umfeldes mit sich. Eine Konsequenz ist der Verlust des Führerscheins, des weiteren zerbrechen Ehen oder Beziehungen, Arbeitsplätze gehen verloren. Besonders betroffen sind die Kinder von Alkoholkranken.

Abhängigkeit

Alkohol kann Abhängigkeit erzeugen, sowohl körperlich als auch psychisch. Alkoholkonsum ist weit verbreitet, die Beliebtheit alkoholischer Getränke übertrifft seit Jahrtausenden die von Wasser.  Alkoholabhängigkeit entwickelt sich über einen längeren Zeitraum  und geht oftmals mit genetischer Disposition einher.

In der Regel geht man von Abhängigkeit aus, wenn während des letzten Jahres mindestens 3 der nachfolgenden Kriterien zutrifft: („Diagnostische Leitlinien für das Abhängigkeitssyndrom“, WHO)

  • Es besteht ein Zwang bzw. starker Wunsch, Alkohol zu konsumieren.
  • Eine verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung und Menge des Konsums besteht.
  • Das körperliche Entzugssyndrom tritt auf.
  • Eine Toleranz kann nachgewiesen werden, was bedeutet, dass zunehmend höhere Dosen erforderlich sind, um die ursprünglich durch niedrigere Dosierungen erreichte Wirkung zu erzielen.
  • Zugunsten des Alkoholkonsums werden andere Aktivitäten und Interessen vernachlässigt.
  • Trotz nachweisbarer eindeutiger schädlicher Folgen körperlicher, sozialer oder psychischer Art wird der Alkoholkonsum fortgesetzt.

Risikoarmer Alkoholkonsum:

Zu beachten ist, dass die Empfindlichkeit bzgl. des Alkohols bei jedem Menschen unterschiedlich ist und keineswegs täglich Alkohol getrunken werden sollte. Für  Frauen  gilt, täglich nicht mehr als höchstens 20g reinen Alkohol (0,5 l Bier) und wöchentlich nicht mehr als 80 g reinen Alkohol zu trinken. Für Männer gilt, täglich nicht mehr als höchstens 30g reinen Alkohol (0,75 l Bier) und wöchentlich nicht mehr als 160 g reinen Alkohol zu trinken. Wichtig ist es, dass in der Woche mindestens an 2-3 Tagen kein Alkohol getrunken wird. Trotz alledem ist es wichtig zu wissen, dass auch schon geringe Mengen Alkohol ein Risiko bergen können.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat das Alkoholproblem als das größte Drogenproblem unserer Gesellschaft bezeichnet. Mit einem pro Kopf Verbrauch von 12,5 Litern Alkohol pro Jahr (d. h. rund   140 l Bier, 25 l Wein und Sekt und 7 l Spirituosen pro Kopf) ist Alkohol die Droge Nr. 1 in Deutschland.

Spotlight Sachsen-Anhalt 
Das PEER-Projekt an Fahrschulen wurde bereits im Jahr 2000 durch das An-Institut MISTEL der Hochschule Magdeburg-Stendal/SPI Forschung gGmbH intiiert und als Modellprojekt erprobt.

Als Peers gehen Studierende des Fachbereiches Sozial- und Gesundheitswesen der Hochschule in die Fahrschule, diskutieren dort die Folgen von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr und erarbeiten gemeinsam mit den Fahranfänfer/-innen Strategien zur Vermeidung solcher Rauschfahrten. Das Projekt wird hier in sieben Landkreisen und kreisfreien Städten in insgesamt 40 beteiligten Fahrschulen umgesetzt. Von 2000 bis 2013 konnten in Fahrschulen in Sachsen-Anhalt bisher 1.511 PEER-Einheiten in Fahrschulen angeboten werden, in denen insgesamt 14.233 Fahrschüler/innen erreicht wurden.

In Sachsen-Anhalt belegte eine Untersuchung den Nutzen des PEER-Projekts: Im ersten Jahr Fahrpraxis sind von 189 Fahranfängern 8 mit Alkoholeinfluss im Straßenverkehr aufgefallen. Von den 189 Fahrern, die in der Fahrschule am PEER-Projekt teilnahmen, hatte nur 1 Person das Delikt „Trunkenheit im Straßenverkehr begangen.

 

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