Peer-Projekt an Fahrschulen

Alkohol-Info | Wirkung | Fahren unter Alkohol | Gesetze

Fahren unter Alkohol

Untersuchungen an realen und simulierten Alkoholfahrten zeigten, dass sich der Fahrstil eines Fahrzeugführers bereits ab 0.3 Promille verändert. Eine unregelmäßige Fahrweise tritt etwa ab 0,4 Promille auf. An einem Fahrsimulator lassen sich einfache Fahraufgaben noch bis zu 1,0 Promille BAK bewältigen. In alltäglichen Fahrsituationen zeigen sich jedoch bereits ab 0,6 spätestens bei 0,8 Promille BAK deutliche Verschlechterungen der Fahrleistung. Diese Ausfallerscheinungen können auch geübte und erfahrene Fahrer nicht kompensieren. 

Wie hoch das Sicherheitsdefizit der Fahrfähigkeit eines alkoholisierten Fahrers ist, kann nicht nur an der Menge des getrunkenen Alkohols und der entsprechenden Blutalkoholkonzentration bestimmt werden. Um die Alkoholwirkung beschreiben zu können, muss auch die (Fahr)Situation beschrieben werden, in der sich der alkoholisierte Fahrer befindet. Daneben muss die Fahrerfahrung und Alkoholgewöhnung des Fahrers beachtet werden. 

Einfache Fahrsituationen und Fahraufgaben lassen sich in der Regel ohne Leistungseinschränkungen mit einer Blutalkoholkonzentration bis 0,5 Promille bewältigen. Ausnahmen bilden hier jedoch Situationen mit geringer Reizintensität, wie beispielsweise Langeweile bei Autobahnfahrten. Durch die Alkoholisierung kann es zu verzögerten Reaktionen kommen. Bei Alkoholisierungen über 0,5 Promille verschlechtert sich die Fahrleistung. Alkoholkonzentrationen ab 0,8 Promille führen auch in nicht anspruchsvollen Fahrsituationen zu schlechten Fahrleistungen.

Bezogen auf das Autofahren wirkt sich Alkohol folgendermaßen aus:

0,2 Promille: Mut zur riskanten Fahrweise und Selbstüberschätzung wächst
0,3 Promille: Schwierigkeiten beim Bremsen und Richtungsänderungen
0,4 Promille: Sinneseindrücke werden erschwert umgesetzt
0,5 Promille: Seitliches Sehen beeinträchtigt, Verkehrsschilder werden übersehen (Tunnelblick)
0,6 Promille: Schwere Fahrfehler stellen sich ein, Unfallgefahr doppelt so hoch!
0,7 Promille: Stark verlängerte Reaktionszeit, falsche Reaktionen
0,8 Promille: Unfallgefahr viermal so hoch wie nüchtern
1,1 Promille: Beginn absoluter Fahruntauglichkeit


Fahrfehler, die häufig unter Alkoholeinfluss auftreten, werden als alkoholtypische Fahrfehler bezeichnet. Diese Fehler können auch, allerdings mit viel geringer Wahrscheinlichkeit, bei nüchternen Fahrern auftreten. Für Alkoholeinfluss typische Fahrfehler sind:   

  •   Heraustragen aus der Kurve;
  •   Streifen geparkter oder überholter Fahrzeuge;
  •   Auffahrunfälle auf stehende oder geparkte Fahrzeuge;
  •   Unfälle beim Linksabbiegen mit bevorrechtigtem Gegenverkehr;
  •   unsichere Fahrweise mit ruckartigen Lenkbewegungen;
  •   bei schwerer Trunkenheit Schlangenlinien  (vgl. Penning 1997 u. a. S. 20). 

Alkohol ist ein hochpotentes Suchtmittel, regelmäßiger Konsum führt zu einer Toleranzentwicklung. Alkoholabhängigkeit und -missbrauch sind bei der Beurteilung der Fahreignung von Bedeutung. Im Bezug auf die Fahrfähigkeit muss festgehalten werden, dass „trinkgewohnte“ Fahrer mit Blutalkoholkonzentrationen bis über 3,0 Promille im Straßenverkehr auffällig werden. Eine derart hohe Alkoholkonzentration kann von ungeübten, gelegentlichen Konsumenten nicht oder nur schwer erreicht werden. 

Literatur:
Penning, R.; Gilg, T.; von Meyer, L.; Tutsch-Bauer, E.; Weichhold, G.: Rechtsmedizin systematisch. Vom Bund gegen  Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e. V. herausgegebener Sonderdruck. Bremen. 1997

Spotlight Baden-Württemberg

„jung, mobil & KLAR“ ist ein Präventionsprojekt für Fahrschüler/-innen.

Dabei kommen „Peers“, das sind junge Erwachsene mit Führerschein, in die Fahrschule und diskutieren mit den Fahrschüler/-innen über das Thema „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“. Sie kennen die Fragen rund um das Thema „Feiern und Fahren“ aus ihrem Alltag.

Auf gleicher Augenhöhe gehen sie ins Gespräch, fördern die Auseinandersetzung und entwickeln gemeinsam Ideen und Strategien. Die Peer-Einheiten werden zusätzlich zum Fahrschulunterricht angeboten. Über 20 Fahrschulen in den Landkreisen Esslingen und Göppingen engagieren sich und unterstützen bereits das Projekt.

Wir nutzen Session-Cookies und Dienste Dritter auf unserer Website (zum Beispiel Google Maps und YouTube). Sie können selbst entscheiden, ob Sie dies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.