Peer-Projekt an Fahrschulen

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Kokain

Die häufigste Erscheinungsform ist das Kokain-Hydrochlorid (weißes kristallenes Pulver), welches aus den Blättern des in Südamerika wachsenden Kokastrauches hergestellt wird (vgl. HURRELMANN/BRÜNDEL 1997 S. 180; KATZUNG 1994 S. 48). Eine weitere Marktform des Kokains ist Crack (Free Base, Freie Base). 

Applikationsformen des Kokains sind Schniefen/Schnupfen sowie intravenöse Injektion. Kokain-Crack und die Freie Base des Kokains werden geraucht (vgl. KATZUNG 1994 S. 48). Kokain wirkt zentral stimulierend und zeitlich begrenzt leistungssteigernd. In Verbindung mit der Kokain-Wirkung kommt es zu erhöhter Wachheit, Hyperaktivität, gesteigerter psychischer Energie, erhöhter Belastbarkeit, erhöhtem Selbstvertrauen. Die Atmung wird beschleunigt, Blutdruck, Herzfrequenz und Körpertemperatur steigen an und die Pupillen werden erweitert. Der Kokainrausch verläuft in drei Stadien: 

  • Euphorisches Stadium: Ausgeprägte Euphorie, starkes positives Empfinden, erhöhte Risikobereitschaft, Antriebssteigerung ohne Ermüdungs- und Erschöpfungsgefühle, beschleunigte Denkverläufe, Abbau von Hemmungen bis zur Distanzlosigkeit, eingeschränktes Kritik- und Urteilsvermögen, Selbstüberschätzung.
  • Rauschstadium: Optische, akustische und taktile Illusionen/Halluzinationen bezüglich der eigenen Erlebensveränderung und Verkennung der Umwelt. Es kann zu paranoiden Zuständen mit Trugwahrnehmungen kommen.
  • Depressives Stadium: Antriebsverlust, Müdigkeit, ausgeprägte psychische und physische Erschöpfung, Reizbarkeit, Depression, Drang nach erneutem Kokainkonsum (vgl. KATZUNG 1994 S. 48f.; ITEN 1994 S. 144). 
Trotz der im ersten Stadium „positiven“ Effekte ist der Kokainrausch nicht mit dem sicheren Führen von Kraftfahrzeugen zu vereinbaren. Unter der direkten Kokainwirkung wird die Fahrfähigkeit vermindert. Eine besondere Gefahr stellen die subjektiv wahrgenommenen Leistungssteigerungen bei objektiven Leistungseinbußen dar, z.B. nachlassende Konzentration und mangelnde zielgerichtete Aufmerksamkeit. Auch im dritten Stadium, wenn nur noch wenig oder gar kein Wirkstoff mehr im Blut ist, können Ausfälle auftreten, die die Fahrfähigkeit beeinträchtigen (vgl. ITEN 1994 S. 144). 

Literatur:
Hurrelmann, K.; Bründel, H.: Drogengebrauch - Drogenmissbrauch. Darmstadt. 1997
Iten, p. X.: Fahren unter Drogen- und Medikamenteneinfluss - Forensische Interpretation und Begutachtung. Zürich. Institut für Rechtsmedizin. 1994
Katzung, W.: Drogen in Stichworten: Daten, Begriffe, Substanzen. Landsberg. 1994

Spotlight Bottrop
Das PPF gibt es seit Oktober 2012 in Bottrop. Auf Initiative des Jugendhilfe Bottrop e.V. arbeiten das Straßenverkehrsamt, der Fachbereich Jugend und Schule, die Polizei und der Bottroper Fahrlehrerverband zusammen. Sie wollen mit Hilfe des "Peer-Projektes an Fahrschulen" junge Führerschein-Interessierte und Fahranfänger auf Gefahren von Drogenkonsum bei Fahrten mit dem Auto oder Kraftrad aufmerksam machen.

Derzeit sind vier Fahrschulen mit insgesamt acht Standorten in Bottrop Kooperationspartner des Projekts. Seit August 2013 haben 13 Peer-Einsätze in den Fahrschulstandorten stattgefunden. Damit konnten 169 Fahrschüler erreicht werden, wovon 83 männlich und 81 weiblich waren. Das Durchschnittsalter liegt bei 18 Jahren.

 

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