Peer-Projekt an Fahrschulen

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Ansatz / Konzeptansatz konzeptZum Vergrößern Bild anklicken!

Bei dem Peer-Involvement-Konzept handelt es sich um personalkommunikative Ansätze, die in einer bestimmten Zielgruppe durch Angehörige dieser Zielgruppe durchgeführt werden. Das heißt, die Multiplikatoren oder Mediatoren für bestimmte Themen und Inhalte sind im gewissen Sinne ‚gleich’ mit den Adressaten, an die die „Botschaften“ herangetragen werden sollen.

Der mittlerweile bekannteste Ansatz ist der der Peer-Education, er wird in der sozialwissenschaftlichen Literatur von der Peer-Group-Forschung abgeleitet. Wörtlich übersetzt bedeutet "peer" gleich, seines Gleichen; gleich gesinnt.

Als Peers werden also Menschen bezeichnet, die annähernd den gleichen Rang und Status besitzen, etwa das gleiche Alter haben und die gleichen Erfahrungen teilen können. Die Peer-Group ist demnach eine Gruppe von Menschen, mit denen Rang, Status und Alter geteilt und Beziehungen unterhalten werden. 

Junge Fahrer*innen sind besonders häufig an Verkehrsunfällen mit der Unfallursache Alkohol- oder Drogeneinfluss beteiligt. Die Diskounfälle verdeutlichen, dass gerade an den Wochenenden zwischen Alkohol- oder Drogenkonsum und Autofahren nicht immer zuverlässig getrennt wird. Diese Unfälle haben oft schwere gesundheitliche Folgen für alle Beteiligten – für die Verursacher aber auch für die unschuldigen Opfer. 18- bis 25-jährige Fahranfänger/innen und junge Fahrer*innen verursachen ca. 17% aller alkoholbedingten Verkehrsunfälle mit Personenschaden und ca 30% aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter dem Einfluss von Drogen: Bei einem Bevölkerungsanteil von ca. 8-9%! 

 

Idee und Ansatz

  • Wann? Vor der motorisierten Verkehrsteilnahme. Die Jugendlichen haben noch keine negativen Gewohnheiten, zu trinken und anschließend zu fahren. Sie haben bereits Erfahrungen mit Alkohol und ggf. illegalen Drogen bei Konsumanlässen in der Freizeit (z.B. Diskobesuche) gemacht. 
  • Wo? In der Fahrschule.Die Fahrschule ist ein freiwilliger Lernort.Fahrschüler sind zielorientiert auf den Führerschein.
  • Wie? Durch Peers (Fahranfänger/innen). Junge Fahranfänger/innen kennen die Region und müssen selber mit der Problematik umgehen. Sie haben Erfahrungen in der Vermeidung von Rauschfahrten gesammelt und können diese weitergeben. 

 

Konzept 

Im PEER-Projekt an Fahrschulen gehen Peers in Fahrschulen. Sie informieren die Fahrschüler/innen in zusätzlichen Einheiten über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr und diskutieren zusammen über mögliche Folgen. In den so genannten PEER-Einheiten werden gemeinsam mit den Fahrschülern Strategien und Regeln entwickelt, wie alkohol- und drogenbedingte Rauschfahrten vermieden werden können. Diese erweitern die eigentliche Führerscheinausbildung, um das Problem „Alkohol/Drogen und Straßenverkehr“ deutlich zu thematisieren. Dabei stehen nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen und die gerade gültige Promillegrenze im Mittelpunkt. Den Fahrschülern/innen wird die Möglichkeit gegeben, eigene Regeln im Umgang mit legalen und illegalen Drogen zu entwickeln. Die Auseinandersetzung wird den Jugendlichen und Heranwachsenden geboten, bevor das Fahrzeug einen festen Platz in ihrem Alltag einnimmt.

Die Peers haben selber erst seit kurzer Zeit die Fahrerlaubnis und mussten Regeln für ihren Umgang mit Alkohol (oder auch Drogen) im Zusammenhang mit dem Autofahren finden. Diese Erfahrungen können sie gut an Fahrschüler/innen weitergeben. Denn denen steht die Regelfindung bevor. Das Thema „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ tangiert immer die Konsumgewohnheiten und das (Freizeit-)Verhalten von jungen Fahrzeugführern/innen. Hier finden junge Menschen in ähnlicher Lebenslage schneller einen Zugang zu jungen Fahrschülern/innen als lebenserfahrene Erwachsene.

Eine PEER-Einheit dauert zwischen 60 und 90 Minuten, wird im Idealfall von zwei Peers durchgeführt und wird zusätzlich zum theoretischen Pflichtunterricht in der Fahrschule angeboten. Im Fahrschulprojekt arbeiten Personen als Peers bzw. als Peer-Educatoren, die selbst auch Fahranfänger/innen sind. Sie kennen die Region und wissen, welche Locations angesagt sind. Die Motivation für eine Mitarbeit im PEER-Projekt an Fahrschulen ist unterschiedlich. Unter anderem werden von den Peers hier genannt:

  • Sammeln erster Erfahrungen in der Präventionsarbeit und erster praktischer Erfahrungen für das spätere Berufsleben.
  • Persönliche negative Erfahrungen mit Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.
  • Das Zahlen einer Aufwandsentschädigung für den PEER-Einsatz.
  • Erhalt von Leistungsnachweisen für die Beteiligung am PEER-Projekt im Rahmen des Studiums.

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